Follow Fluxus experimentell

Im Nassauischen Kunstverein (NKV) hat man eine neue Follow-Fluxus-Stipendiatin auserkoren: Diesmal zieht Jackie Karuti aus Kenia für drei Sommermonate in die Vereinsvilla an der Wiesbadener Wilhelmstraße und stellt das, was während dieser Zeit entsteht, am Ende auch dort aus. Die Jury zeigte sich beeindruckt von „ihrer experimentellen multimedialen künstlerischen Praxis“, die sich um so komplexe aktuelle Themen wie Identität, Sexualität, Wissensproduktion und Stadtkultur dreht. Dafür nutzt die 1987 in Nairobi geborene Künstlerin Techniken wie klassische Zeichnung ebenso wie Video, Installation und Performance. Das von der Stadt und dem NKV gemeinsam getragene Stipendium wird seit 2008 vergeben, ist neben dem Arbeitsaufenthalt auch mit 10 000 Euro verbunden und richtet sich an Künstler aus aller Welt, die den Geist der 1962 unter anderem in Wiesbaden entstandenen Fluxus-Bewegung überzeugend in die Gegenwart transponieren. Dirk Snauwaert, der das Brüsseler Zentrum für Zeitgenössische Kunst WIELS leitet (und aus dessen Interview mit Jeff Wall ich in meiner Dissertation zitiert habe), hatte Karuti vorgeschlagen.